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Suske en Wiske DE (3)

Suske und Wiske “Der Schatz von Beersel”

Die Belagerung durch Brüsseler Einwohner von 1488 bis 1489

Ein Hauch Geschichte

Nach dem Tod der Maria von Burgund im Jahre 1482 beginnt der 10-jährige Krieg zwischen Maximilian von Österreich und den Städten in Brabant und Flandern. Hendrik III van Witthem stellte sich auf die Seite seines Lehnsherren. 1488 belagern die Einwohner von Brüssel die Burg Beersel. Dennoch gelingt es ihnen nicht, die Burg zu erobern. Ludwig XI, der zu der Zeit König von Frankreich war, eilt den Einwohnern von Brüssel 1489 mit umfangreicher und moderner Artillerie zu Hilfe. Die Burg wird in ein paar Tagen erobert.

1491 werden die Einwohner von Brüssel verpflichtet, die Burg wieder herzurichten.

Mehrere Elemente der Geschichte tauchen in dem Comic auf.

HISTORISCHER KONTEXT DER BELAGERUNG

Unter der Herrschaft Philipp des Guten übertrifft das Herzogtum Brabant wirtschaftlich gesehen die Grafschaft Flandern.  Aufgrund der Unterstützung des Brabanter Adels kann Philipp die Macht der Städte und des Bürgertums einschränken. Unter der Herrschaft seines Sohnes Karl des Kühnen werden die Beziehungen zunehmend schlechter. Karl hegt ehrgeizige Pläne für die Erweiterung seines Gebietes. Er erhebt höhere Steuern und will die Macht der Institutionen einschränken. Der Rat von Brabant wird zweitrangig gegenüber dem Parlament von Mechelen. Im Jahr 1477 fällt Karl der Kühne unerwartet in der Schlacht bei Nancy.  Dies führt zu einem Machtvakuum.

Seine jugendliche Tochter Maria von Burgund ist gezwungen, die Zentralisierungspolitik ihres Vaters rückgängig zu machen. Städte bekommen mehr Privilegien durch das so genannte  Große Privileg von 1477. Im Gegenzug kämpfen sie gemeinsam gegen Frankreich. 1478 heiratet Maria Maximilian von Österreich, der die Franzosen im Jahr 1479 besiegt. Maximilian probiert die Rechte und Privilegien der Städte rückgängig zu machen. Auch Maria stirbt unerwartet im Jahr 1482 nachdem sie von ihrem Pferd gestürzt war. Maximilian wird zum Regenten bis deren Sohn Philipps (der zu dem Zeitpunkt 4 Jahre alt ist) erwachsen ist.

Infolgedessen wurde Brabant von einem kleinen Bürgerkrieg heimgesucht, der den Lebensstandard erheblich senkte. Maximilian erhob hohe Steuern damit er den Krieg gegen Frankreich führen konnte. Städte wie Gent, Ieper und Brügge rebellierten öffentlich gegen den Regenten. 1488 wurde Maximilian sogar für einen Moment in Brügge eingesperrt und wiederum freigelassen im Gegenzug für mehr städtische Freiheiten.  Versprechen, die er ganz schnell unbeachtet ließ.  Brabanter Städte wie Brüssel, Löwen, Aarschot, Tienen, Nijvel (Nivelles) und Zoutleeuw schlossen sich bei den Aufständischen an. Antwerpen, Lier, Vilvoorde und Mechelen blieben Maximilian treu.

Hendrik III van Witthem stellte sich auf die Seite seines Lehnsherren und brachte von Beersel aus die Belieferung von zahlreichen Brüsseler Einwohnern durcheinander. Im Jahre 1488 wurde seine Wasserburg in Beersel von wütenden Brüsseler Milizen unter der Leitung von Philipp von Kleve besetzt. Durch die meterdicken Mauern aus Ziegelsteinen hielt die Verteidigung stand und die Angreifer mussten einen unrühmlichen Rückzug antreten. Ein Jahr später standen sie erneut vor dem Tor, diesmal unterstützt von schwerer französischer Artillerie. Sie schossen eine Bresche in die Mauern und zerstörten die Burg. Ein paar Verteidiger wurden gefangen genommen und der Hauptmann der Garnison, Willem de Ramilly, wurde auf dem Grand Place in Brüssel hingerichtet. Van Witthem selbst hatte sich bereits zuvor davongeschlichen.

Doch die Chancen wurden immer geringer: Von Kleve verlor seine Unterstützung aus Frankreich und in Brüssel wütete die Pest.  Maximilian zwang die Städte in die Knie. 1492 kam es zu einer Versöhnung zwischen den kriegerischen Parteien und 1494 machte der 16-jährige Philipp der Schöne seinen ‚Glücklichen Einzug‘ (Blijde Intrede). Ruhe kehrte erneut ein. Der treue van Witthem wurde belohnt und als Ritter in den Orden des Goldenen Vlies aufgenommen.  Seine Burg in Beersel wurde auf Kosten der Brüsseler Einwohner neu aufgebaut und er bekam zusätzliche Ländereien als Lehngut (Eigenbrakel, Plancenoit, Ohain,..).