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Abwurfschächte - 3

Nur an zwei Stellen, in der Höhe des Zugangsturmes, fanden die Archäologen Keramik aus der Blütezeit der Burg: Von der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Vorhandensein dieser Keramik deutet auf eine allmähliche Auffüllung der Abwurfschächte vom 15. Jahrhundert bis zum späten 16. bzw. 17. Jahrhundert hin. Die Entdeckung verschiedener Fliesenfragmente, die von luxuriösen Kachelöfen stammen, illustriert auch deutlich den höheren sozialen Status der Bewohner. Die Burg war zu dem Zeitpunkt noch in den Händen der Herren van Witthem, die in dieser Zeit enge Kontakte zum burgundischen Hof hatten. Foto Abwurfschacht 5: Zudem weist die Untersuchung des Auswurfes ebenfalls auf eine allgemeine Zeit des Verfalls hin, und zwar zwischen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Grund dieses Verfalls liegt vermutlich in einem politischen Konflikt und eine daraus entstandene Belagerung. Rund um den Südturm befand sich eine fächerförmige Ziegelsteinkonzentration, die sich aus verschiedenen Mauerstückchen und Ziegelsteinschutt zusammensetzte. Fünf gusseiserne Kanonenkugeln zwischen den Mauerstückchen, die im Burggraben gefunden wurden, beweisen, dass die Burg um 1600 herum unter schwerem Artilleriebeschuss gestanden haben muss. Da fast keine Funde ausfindig gemacht wurden, die jünger sind als die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts, zeigt, dass die Burg nach der Belagerung nur begrenzt bewohnt war. Diese Beobachtung wird durch historische Quellen bestätigt, die ab dem 17. Jahrhundert nur noch vereinzelt Bewohner erwähnen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts geriet die Burg in den Besitz der Familie von Arenberg, die aber niemals in der Burg wohnte.