Aus dem Auswurf von Abwurfschacht 5 konnten viele Keramikfunde gewonnen werden. Insgesamt wurden 358 Scherben entdeckt, die in zwei Gruppen unterteilt wurden: Lokal/regional hergestellte oder importierte Keramik. In diesem Kontext sind die Fragmente der Kachelofenfliesen interessant und insbesondere die Fragmente von halbrunden Nischenfliesen mit gotischer Front. Nach den typologischen und stilistischen Merkmalen lassen sich solche Fliesen auf das 15. bis 16. Jahrhundert datieren. Der Kachelofen ist ein typisches Phänomen in Burgen bzw. Schlössern, Klöstern und Abteien, das den Status der Bewohner deutlich illustriert. Kachelöfen hatten einen Oberbau, wodurch die Strahlungswärme erhöht wurde. Die Rückseite des Ofens wurde gegen eine Wand gebaut und durch die Öffnung in der Wand wurde der Ofen mit Brennstoff versorgt. Dies geschah aus einem Nebenraum. Auf diesem Weg wurde auch der entstandene Rauch abgeführt.



