Die Burg Beersel wurde auf einem schmalen Plateau am Rande des Überschwemmungsgebietes der Senne gebaut. Ein steiler Hügelrücken begrenzt die Südseite des Plateaus. Durch diese strategische Ansiedlung dominierte die Burg einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt von Wasser- (Senne) und Landwegen (Weg Brüssel – Halle – Bergen/Mons). Der Standort verdeutlicht warum die Burg an der Nord- und Westseite viel stabiler ausgebaut ist als an der Süd- und Ostseite. Die drei schweren Ecktürme der Burg sind nämlich zum Sennetal gerichtet. Die Burg wurde außerdem am Ufer eines sumpfigen Mikrotals gebaut, welches durch einen Seitenarm der Senne ausgeschürft wurde. Der Graben, der die Burg umgibt, wurde durch kleine Wasserläufe, die im südlichen Hügelrücken entspringen, permanent mit Wasser versorgt. Durch Erosion am Oberlauf der Bäche wurden dicke Sedimentpakete im Graben abgelagert. In einigen Suchschnitten kamen in den Bodenprofilen diverse Einschnitte ans Licht. Möglicherweise geht es um lokale Ausschachtungen des Burggrabens, nachdem dieser durch Ablagerung des erodierten Materials vollständig verschlammt war. Oder aber der Graben wurde am Burgfundament örtlich tiefer ausgehoben, um zu verhindern, dass der Graben in Konfliktzeiten, wenn die einzige Wasserversorgung abgeschnitten war, völlig austrocknete.



