In der obersten Schicht des Grabens tauchte die Bleihülle eines "Colfstockes" (Golfschlägers) auf. Diese Hülle, "colfslof" genannt, ist im Querschnitt dreieckig. Die eine lange Seite ist etwas kugelförmig, die andere Seite flach. Die flache Seite war die Schlagkante. "Colfsloffen" wurden sowohl für Rechts- als für Linkshänder hergestellt. Das "Colfspiel" war im Mittelalter sehr populär und erreichte seinen Höhepunkt im 17. Jahrhundert; es wurde im Freien gespielt, auf Straßen und Plätzen und im Winter auf Eis. Der Sinn bestand darin, ein bestimmtes Ziel mit möglichst wenigen Schlägen zu erreichen oder eine möglichst große Strecke zurückzulegen. Es wurde oft über Entfernungen von mehr als hundert Metern gespielt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verschwand das "Colfspiel", möglicherweise aus Platzmangel. Im späteren 18. Jahrhundert entstand aus dem "Colfspiel" das echte "Golfspiel". Dieses Spiel wurde mit einem "Colfstok" (Golfschläger) und einem kleinen Ball gespielt. Ursprünglich waren sowohl die "Colfstöcke", als auch die Bälle aus Holz. Im 16. Jahrhundert wurden die "Colfstöcke" unterhalb mit einer Bleihülle beschwert und die Holzkugeln durch mit Rohwolle, Haaren oder Federn gefüllte Lederkugeln ersetzt. Hierdurch konnte man weiter schlagen und größere Entfernungen überbrücken. Die Tatsache, dass das "Colfspiel" lange Zeit sehr populär war, spiegelt sich im Sprichwort: "Dit is een kolfje naar mijn hand", das passt mir grad in die Hand, nach dem Motto "das ist genau richtig für mich". Ursprünglich meinte man damit, dass ein bestimmter "Kolfschlag" (Putten), z.B. genau vor dem Ziel, einfach auszuführen war.



